Gott zur Ehr - dem Nächsten zur Wehr
Engagement und Zivilcourage
„Christentum zum Blühen bringen“
Zum Glück gab es Menschen,
und es gibt sie immer noch,
die dem Christentum
menschliches Antlitz verleihen.
Zum Glück gab und gibt es Menschen,
die den Glauben zum Blühen bringen,
mit frischem Duft
und bunten Farben
- auch in schwierigen Zeiten.
Zum Glück gab und gibt es Menschen,
die das Christentum leben:
gerne,
authentisch,
mit Weitblick und Tiefgang,
für andere und mit anderen,
ohne viel Aufheben,
nah am „Feuer“,
mitten im Leben.
Stefan Schlager
Mit der Fortdauer des Zweiten Weltkrieges sank der Mannschaftstand der Feuerwehren bedrohlich. Alle verfügbaren Männer im wehrfähigen Alter leisteten ihren Dienst an der Front und waren zu Tausenden bereits gefallen. Diese prekäre Situation erforderte die Aufnahme von Buben aus der Hitlerjugend, daher auch HJ-Feuerwehr genannt. Diese Gruppen unterstanden politisch der HJ-Führung und in der Feuerwehrausbildung bzw. im Einsatz den Feuerwehrführern. Belegt sind Hitlerjungen (sie mussten 15 Jahre alt sein) als Feuerwehrhelfer bei den Feuerwehren Braunau, Haigermoos, Hochburg, Mining, Mattighofen, Mauerkirchen, Munderfing, Polling und Ranshofen.
Als in manchen Orten auch die männliche Jugend die Lücken nicht mehr schließen konnte, waren Frauen und Mädchen aufgerufen, die gelichteten Reihen in den Feuerwehren aufzufüllen. Schon 1943 erteilte der Führer der Feuerwehren in Oberdonau den Befehl, Frauen und Mädchen in Versuchsgruppen zum Feuerwehrdienst heranzuziehen.
Nachgewiesen können Frauen unter anderem bei den Freiwilligen Feuerwehren Braunau und Mauerkirchen sowie bei der Betriebsfeuerwehr Vogl Mattighofen werden. In Burgkirchen besorgten Kriegsuntaugliche und Altgediente den Feuerwehrdienst.
1978 gründete sich bei der Feuerwehr Mauerkirchen eine Frauen-Bewerbsgruppe, die auch an den Leistungsbewerben, die damals noch als Nassbewerbe ausgetragen wurden, teilnahmen. 1979 kam noch eine Frauengruppe der Feuerwehr Pfendhub hinzu. Diese beiden Gruppen mussten jedoch 1980 wieder aufgelöst werden, weil sie nach der Dienstordnung nicht erlaubt und für die Frauen z. B. auch kein Versicherungsschutz bei Unfällen gegeben war.
Eine Zeitenwende brachte schließlich der 19. November 1992. An diesem Tag hatte die OÖ. Landes-Feuerwehrleitung bekannt gegeben, dass nunmehr auch Frauen in die OÖ. Feuerwehren aufgenommen werden dürfen. Am 23. Februar 1993 präzisierte die Landes-Feuerwehrleitung die Voraussetzungen für die Zulassung von Frauen. Daraus ging hervor, dass (vorerst) weibliche Mitglieder erst ab dem 16. Lebensjahr (also nicht in der Feuerwehrjugend) aufgenommen werden durften. Zudem war ihnen der Gasrettungsdienst (inklusive Atemschutz) nicht erlaubt. Sie durften zwar Lehrgänge an der Feuerwehrschule besuchen, eine Unterbringung im Internat war (damals) noch nicht möglich. Erst fünf Jahre später war es erlaubt, dass auch Mädchen in die Feuerwehrjugend aufgenommen werden durften. Eine mit 1. Oktober 1998 in Kraft getretene neue Dienstordnung für die Feuerwehrjugend erlaubte dies nun.
© Martin Pammer, Herbert Brandstetter, Das Bezirks Feuerwehrbuch Braunau am Inn

Am 11. April 2026 nahmen wieder ca. 100 Mitglieder der Feuerwehrjugend am Bewerb um das Feuerwehrjugendleistungsabzeichen in Gold teil. Das ist die höchste Stufe, die ein Jugendmitglied in der Feuerwehrjugend erreichen kann und somit auch äußerst begehrt. Ein Jugendmitglied, das diese und alle vorgelagerten Prüfungen absolviert hat, ist bereit für den Aktivdienst. 75% der Grundausbildung in der Feuerwehr sind dann bereits absolviert.
Somit steht man kurz vor dem Übertritt: Gott zur Ehr, von der Jugend zur Wehr.
